Samstag, 24. Dezember 2011

Adventskalender Tür #24

Ein frohes Weihnachtsfest wünscht 
Dein Lieblingsmensch

Freitag, 23. Dezember 2011

Adventskalender Tür #23


Donnerstag, 22. Dezember 2011

Adventskalender Tür #22

Freie Zeit ist nicht zu verwechseln mit Freizeit. Freizeit fordert zu viel Engagement. Die letzten Wochen hatte ich sehr viel freie Zeit. Zurück in Bremen habe ich mir nichts Großartiges vorgenommen. Jeder Tag steht mir offen gegenüber.

Während meiner zweimonatigen Abwesendheit hat der neue Penny eröffnet. 500 Meter von der Haustür entfernt. Die kurzen Wege bin ich noch von meiner alten Wohnung gewohnt. Damals führte es dazu, dass ich nie etwas auf Vorrat einkaufte. Für jede Mahlzeit bin ich in den Laden gegangen und habe eingekauft, was gerade zur Zubereitung oder im Haushalt fehlte. Mit dem neuen Markt ist das nicht anders. So verlasse ich wenigstens regelmäßig das Haus, für das Gewissen.
Ein großer Vorteil der Stubenhockerei ist, zu wissen, dass ich meine Wäsche geradezu vollständig in den Kleiderschränken untergebracht und jederzeit zur Verfügung habe. Ich könnte jeden Tag genau das anziehen, was ich möchte. Das wirkt unheimlich beruhigend auf mich. Den Vorzug erhält jedoch jedes Mal der Pyjama, weshalb der Kleiderschrank auch so schön komplett ist.

Im Grunde bin ich ein Nachtmensch. Am Nachmittag denke ich oft, das kannst du auch noch zwischen 2 und 3 Uhr Nachts erledigen und, was mich in meinem Denken unterstützt, ich tue es. Bis Mittags schlafe ich. Falls vom Vortag nichts vom gekochten Essen übrig ist, gehe ich zum Penny, kaufe ein und koche. Natürlich wieder viel zu viel. Beim Essen schaue ich die Dauerserien auf Pro 7 und aus dem Fenster, was das Wetter macht. Falls ich es mir ausmalen kann den zwanzigminütigen Fußweg ins Fitnessstudio trocken zu überstehen, lege ich mich auf das Sofa. Verdauern, Pläne für den Tag machen, schriftlich versteht sich, und ein paar Zeilen in einem der vielen angelesenen Büchern weglesen. Sollte das Wetter sich gehalten haben, gehe ich ins Fitnessstudio. Sobald ich herausgefunden habe, an welchen Tagen die Zumba Kurse stattfinden, werde ich meine Besuche daran orientieren. Das sind die besten Tage.

Da das Wetter sehr oft aus Regen besteht, fange ich entsprechend oft direkt mit dem abhaken der Aktivitäten auf der Liste an. Ich sauge hier mal was weg oder wische dort mal drüber oder sortiere meine CDs und Platten neu ins Regal. Am meisten Aufmerksamkeit widme ich der Küche. Es häuft sich einiges an wenn man jeden Tag kocht. Besonders wenn man im Angesicht der Pfanne spontan seinen Plan ändert und improvisiert.

Auf der Liste stehen ausschließlich Erledigungen, also alles was einem Selbstauferlegten Zwang unterliegt. Tagesfüllende Punkte wie Internet, Buch lesen oder DVD schauen sind nicht darunter, weshalb ich auch immer nur die Hälfte der Liste schaffe. Es sind eh Pseudotätigkeiten, die die Freizeit zwischen der freien Zeit rechtfertigen sollen.
Tatsächlich versuche ich das Tageslicht vorrangig für bedeutsamere Dinge zu nutzen. Rausgehen und Geld ausgeben. Leider funktioniert das unter der Woche zu selten und allen Leuten zu erzählen ich hätte Zeit, endet darin, dass ich acht von zehn wieder absagen muss.

So beginnt der Tag für mich erst mit dem Einbruch der Nacht. Ich schaue mir Dokumentationen, Talk Shows, Interviews und Sendungen an, die ich unter der Woche trotz allem verpasst habe. Passiv verfolge ich neue Interessen und nicht selten denke ich: ach was! Ich schreibe mal was, höre neue und alte Lieder, überlege wie ich die kahle Wand im Wohnzimmer dekoriere und denke über die berufliche Zukunft nach. Ich gehe in Gedanken alle Berufe durch, die Benjamin Blümchen bereits hatte und komme immer wieder zu dem Entschluss: Alles ist möglich.
Bis zum nächsten morgen lese ich konzentriert in den etwas dickeren Büchern.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Adventskalender Tür #21

Max Frisch ist untersetzt, trägt Hornbrille, hat Braune Augen, raucht die Pfeife und hat Haare wie ein Künstler, ist groß und hat blaue Augen. Eine herrlich charismatische, leichte Dokumentation über Max Frisch und sein Theaterstück „Biographie“ aus dem Jahr 1967. Ich kann gar nicht einschätzen, ob der Witz unfreiwillig ist oder das der Humor der 60er war. Max Frisch ist einer der Schriftsteller, die mir viel geben und dessen Sätze ich am liebsten nach dem lesen direkt abhaken möchte. Alles klar, alles nachvollziehbar, wunderbar um Parallelen hineinzuinterpretieren.





Dienstag, 20. Dezember 2011

Adventskalender Tür #20

Aus gegebenem Anlass empfehle ich jedem den Comic Pjöngjang vom französischem Zeichner Guy Delisle. Da man eh nicht mehr nach Nordkorea reisen wird, kann man sich durch die Augen von Delisle getrost einen guten Eindruck des Landes anlesen. Christian Kracht hat mit zwei Kollegen 2006 ein Bildband mit Zitaten von Kim Jong Il herausgebracht. Die totale Erinnerung. Ebenfalls zu empfehlen. Mehr weiß ich nicht über Nordkorea, dennoch fühle ich mich recht gut aufgeklärt.

Montag, 19. Dezember 2011

Adventskalender Tür #19

A soulful Christmas. Ein paar Weihnachtslieder hintereinander gereiht vom DJ Ron. Obwohl ich nicht viel von Weihnachtsalben oder allgemein von Weihnachtsliedern halte, dieser Mix funktioniert prima im Hintergrund. Beim Kekse backen, Weihnachtsbaum schmücken, Geschenke verpacken und verstecken oder beim streiten.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Adventskalender Tür #18

Wie öde, wird jetzt so mancher denken, das habe ich doch schon längst in dem Buch Deutsches Theater gelesen und 16.000-mal gesehen. Mehr Klicks hat der erste Teil nämlich nicht bei Youtube bekommen. Der zweite Teil hat 7.ooo Klicks und der dritte nur noch 6.000. Das zeigt, von den Leuten, die Peymann, Schmidt, Stuckrad oder Bernhard bei Youtube eingeben, bleiben 37,5% bei der Sache. Die anderen verlieren das Interesse, wahrscheinlich weil Harald im ersten Teil weder Nazi noch Neger sagt. Erfolgsfans.

Dabei passen die vier Charaktere sehr gut zusammen. Peymann, der sich in einem Brief an Harald Schmidt keck als Entdecker, Förderer und Freund von jenem bezeichnete, ging in Anlehnung an das Stück „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“ von Thomas Bernhard, mit Stuckrad-Barre in ein Hosengeschäft und später sogar essen.

Es gibt kaum Prominenz in Bremen. Bei den ersten Erfolgen ziehen die direkt nach Hamburg oder sonst wohin. Übrig bleiben die Profi-Fußballer, aber auch nur, weil die vertraglich an Bremen gebunden sind. Jeder Bremer hat mittlerweile einen der Werder Profis irgendwo gesehen. In Platznähe, im Kino, im Modernes, bei McDonalds oder im Solarium. Nie hört man von den Bremern den Satz: der James Last lief mir gestern über den Weg.
Stuckrad-Barre und Peymann sind beide in Bremen geboren und geben das gerne zu. Ansonsten reden sie wieder nur über Hamburg. Schauspielhaus, Thomas i Punkt, eine andere Welt.

Wie passt das zum 4. Advent? Meines Erachtens sind genug Geschenkideen in dem Post enthalten.







Samstag, 17. Dezember 2011

Adventskalender Tür #17

Alles Ablenkung, alles Abgekämpfe. Zum Glück erwähnt Hagen Rether bei seinem Auftritt nicht Dein Lieblingsmensch. Ich mag es wie er sachlich und unaufgeregt die Dinge in der Politik, der Gesellschaft und den Medien offen darlegt. Natürlich wusste man das alles vorher, aber wenn man es auf den Punkt bringen müsste, dann so.
„Das ist doch scheiße“, „das ist doch langweilig“ - So denke ich über fast jeden Zeitungsartikel. Ich rege mich nicht auf, ich fechte den Wahnsinn nicht an, aus Angst, dass alles in meinem selbstgerechten Leben ebenfalls vom Wahnsinn kontaminiert sein könnte. Eben nicht nur die Politik, die Medien, das Internet, sondern auch die Musik, der Sport, das Kabarett, meine Mahlzeiten, mein Weihnachtsbaum und sogar Loriot.
Dann lieber einfach mal die gemeinsame Zeit genießen, die paar Jahrzehnte, die man so auf diesem Planeten hat.

Das Video zeigt einen Auftritt vom 24. September 2011 im 3Sat. Es ist ein Update zu seinem Programm Liebe. Gestern wurde der Auftritt wiederholt und ich schätze es hat sonst niemand gesehen. Es kam ja auch um 5 Uhr morgens. Das vollständige Programm gibt es hier -> Link

Freitag, 16. Dezember 2011

Adventskalender Tür #16

Ich kriege die Krise. Die Finanzkrise. Die griechischen Ein- und Zweieurostücke fallen immer wieder durch den Zigarettenautomaten. Apropos Finanzkrise, ist es wirklich noch zeitgemäß tausende von dicken Telefonbüchern in die Haushalte Bremens zu liefern? Die Kosten dafür werden sicherlich irgendwo in irgendwelchen Gebühren einkalkuliert sein, dennoch, wer braucht denn ein Telefonbuch? Ich habe noch nicht einmal das vom letzten Jahr durchgelesen. Sicherlich schlagen ältere Herrschaften gerne nach, ob der ein oder andere ehemalige Schulkamerad weiterhin im Verzeichnis vertreten ist, wie nahe kommen die Einschläge? aber das rechtfertigt in meinen Augen den Aufwand nicht. Die GEZ geht einen anderen Weg. Sie fordert mich auf ihnen die Vorgedruckte Einzugsermächtigung unterschrieben zurückzusenden und verweist dabei unter anderem auf mein Umweltbewusstsein. Leider war der mitgeschickte Briefumschlag nicht frankiert. Als ob ich nicht bereits genug bezahlen würde. Okay, zugegeben, der letzte Tatort war, trotz dubioser Beziehungskiste, nicht schlecht.

Im Postamt rechnete ich mit einem gewaltigen Ansturm von Menschen, denen, genau wie der Gedanke mal wieder zu spenden, ausgerechnet heute einfällt, dass sie mit einer einzigen Weihnachtskarte bis Ostern vor der buckligen Verwandtschaft Ruhe haben. Vor der Philatelie war tatsächlich viel los, die anderen Schalter hingegen winkten die wenigen Kunden so durch. Das Problem waren ältere Damen, die sich für die Weihnachtsedition der Briefmarken interessierten. Ehrliches Interesse. Für Briefmarken! Würde mich nicht wundern, wenn die so auch ihren Ehemann kennen gelernt haben.
Der Vorteil ist, beim Kauf der Sonderedition beruhigt man gleichzeitig sein Spendergewissen. 25 Cent gehen an irgendeine Einrichtung, also 25 Cent extra zu den 55 Cent Porto. Die blaue Mauritius wird nicht dabei sein, für mich also bitte ohne Spende. Falls ich vor Ladenschluss drankommen sollte.

Seitdem ich es geschafft habe in einem indischen Postamt vier Postkarten zu verschicken, schüchtert mich das Warten nicht mehr ein. Meine Einstellung zum deutschen Beamtentum hat sich seitdem enorm verbessert. Allein die Tatsache, dass eine Schlange gebildet wird, stimmt mich zuversichtlich. Damit meinen Freunden auch in Zukunft Sätze wie: dann musst du mal sehen, wie die das in Indien handhaben, erspart bleiben, erzähle ich lieber hier einmalig von dieser Odyssee.

Insgesamt bin ich in Dehra Dun dreimal durch die Tür des Postamtes gegangen, nur um direkt wieder umzukehren. Zwar vermutete ich hinter den Menschentrauben einen besetzten Schalter, aber solange ich dort niemanden in die Augen sehen konnte, ließ ich es lieber bleiben mich anzudrängeln. Die in Indien üblichen Kassen, an denen sich ausschließlich nur Frauen anstellen dürfen, vermisste ich in dem Amt nicht. Das bringt sowieso nichts als Mann. Die Anzahl der Menschen wird nicht geringer, nur weil die Hälfte an einem eh geöffneten zweiten Schalter steht. Was wie eine tolle Serviceleistung klingt, hat einen ethnologischen Hintergrund. Gesonderte Kassen stehen in keiner Relation zu dem indischen Frauenbild. Ich weiß ja um die hohe Frauenquote unter meinen Lesern.

Bei meinem dritten Versuch hatte sich die Menschenmenge deutlich gelichtet. Briefmarken hatte ich mir bereits in Mumbai besorgt, ich brauchte nur noch einen Kugelschreiber um die Adressen niederzuschreiben und kompetente Hände, in die ich die Postkarten geben konnte. Gerade als ich an der Reihe war, heißt, ich mir genügend Platz mit den Ellbogen verschaffte, so dass der Beamte mich nicht mehr übersehen konnte, holte jener sein Lunchpaket unter dem Schreibtisch hervor und machte erstmal Mittagspause. Deshalb war es so verhältnismäßig leer, ich war voll in die Mittagspause geraten. Nachdem ich minutenlang mit offenem Mund den Leuten beim essen zusah, ging es weiter. Leider nicht mit mir. Ich gab meinen viel versprechenden Posten auf und entschloss einen der Kunden nach einem Stift zu fragen. Es saßen genug herum, die etwas notierten oder gar Vorort die Wartezeit nutzten, um ganze Briefe zu verfassen. Briefe oder besser Bekennerbriefe, wie mein von Vorurteilen belasteter erster und einziger Eindruck war. Meinen schweifenden Blick bemerkend, fragte mich ein Inder was ich suche. Ich zeigte ihm die Postkarten und deutete eine Schreibbewegung an. Pencil, yes Sir. Er wiederum deutete auf einen Schalter in der Ecke des Gebäudes, der den mit Abstand geringsten Andrang vorwies. Kein gutes Zeichen. Als ich dort nach einen Stift fragte, verschwand die Dame hinter dem Schalter in einen Nebenraum. Dass die keinen Stift holt, konnte ich mir denken.

Von meinem Nebenmann bekam ich die üblichen Seitenhiebe zu spüren, nichts Besonderes, bis ich merkte, die Hiebe waren seinen Schreibbewegungen geschuldet. Interessanterweise schrieb er die Adresse schräg in die Ecke des Umschlages verlaufend. Ich habe ja schon Probleme den Platz einzuschätzen, wenn ich normal untereinander schreibe. Er zog einen Strich und komplettierte das Hindi souverän mit Häkchen und Verzierungen, am Ende passte alles genau in die Ecke. Respekt. Danach gab er mir unaufgefordert seinen Stift. Ich notierte die Postleitzahlen aus dem Gedächtnis heraus, bedankte mich und ließ mir erklären, dass für das Ausland bestimmte Post in den Briefkasten, draußen am Eingangstor kommt. Der Wachmann zeigte mir auf Nachfrage und mehreren Handzeichen den richtigen Briefschlitz, der einzige rote. Ich kam mir nicht besonders weltmännisch vor, trotzdem denke ich, eine Stunde ist eine gute Zeit für vier Postkarten. Alle Karten sind übrigens angekommen, sogar die nach Hamburg, dessen Postleitzahl mir nicht mehr einfiel. Die angekündigten Briefe habe ich nicht versendet. Unter anderem weil ich nicht weiß was Briefumschlag auf Englisch heißt, außerdem hatte ich Hunger bekommen.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Adventskalender Tür #15

„I want to be your Chrismas Tree“ Mein erster, eigener Weihnachtsbaum. Der Mann, der mir den Baum verkaufte, sagte, ich dürfe nicht rum erzählen was ich dafür bezahlt habe. Nur 30€. Ich war der erste Kunde und seine Chefin noch nicht mit der Kasse Vorort. Ein absolutes Schnäppchen, wie mir garantiert wurde, was ich direkt nach dem Kauf für eine Verkaufstrategie hielt. Der Mann kam mir verdächtig vor. Anstatt souveräner rüber zu kommen, verdächtige ich die Leute lieber meine Naivität ausnutzen zu wollen. Man kann ja soviel falsch machen beim Bäumekauf. Andere denken jetzt - beim Sägekauf, aber die eigenständige Beschaffung ist in der Stadt sehr schwierig, es sei denn man spekuliert an der Glühweinbude auf einen unbeobachteten Moment, um mit der Dekoration in die S-Bahn zu fliehen.

Ich habe mich für eine Blautanne entschieden. Der Verkäufer meinte, da gehen die Haustiere und Kinder nicht so gerne ran. Heißt im Jargon, der Baum piekt und nadelt. Aber immer noch besser als Kinder im Baum. In die Wohnung getragen und aus dem Netz befreit, offenbarte sich tatsächlich ein kleiner Schönheitsfehler. Die Spitze des Baumes ist eigentlich ein hochgebundener Ast. Dadurch gewinnt der Baum 30 Zentimeter an Höhe und versetzt ihn im Profil in eine kleine Schräglage. Ein Orthopäde hätte ich ihn vermutlich zurückgegeben, aber da ich kein Orthopäde bin, ganz im Gegenteil, macht ihn der Schönheitsfehler für mich nur sympathischer. Ich bin es ja gewohnt, dass Alles einen Haken hat, außer der Weihnachtsbaumschmuck von Nanu Nana. Da kommt womöglich der Name des Trödelladens her. Spätestens auf dem zweiten Blick denkt man: „Nanu Nana, da fehlt ja was“ oder „Nanu Nana, kaputt“. Die erste und einzige zerschellte Kugel ging übrigens auf mich.

Nachdem ich mich zweimal im Kreis gedreht hatte, improvisierten wir eine Halterung für die Kugeln, die den Charakter des Baumes gerecht wurde. Das Wir komplettierte Tanja mit ihrer Hilfe und Inspiration, weil sie so gerne im Internet ihren Namen liest und ein Gespür für „Dinge“ hat, zu denen mir nicht einmal ein passender Begriff einfällt. Und nun nana: der Baum!


Adventskalender Tür #14

Bei uns im Haus findet jedes Jahr vor Weihnachten eine Wichtelrunde statt. Zumindest seit meinem Einzug. Auch wenn es jetzt so klingt, meine Idee war das nicht. Ich dachte bei Wichteln zuerst an einen deutschen Abklatsch des irischen Volkssportes Zwergenwerfen. Zum Glück Googlete ich den Begriff, bevor ich Linus Füße zu fassen bekam. Seitenhiebe ist das Stichwort. In der Harald Schmidt Show war das Wichteln jahrelang Tradition, mit den dazu gehörigen Dankesbekundungen, die solche Geschenke mit sich bringen. Als Schmidt Fan der ersten Stunde kannte ich zugegebenermaßen den Begriff Wichteln schon vorher. Geschenke mit Herz und Verstand gab es bei unserem internen Wichteln ebenfalls. Ich habe da mal ein Foto von meiner Ausbeute gemacht. Als Beweis dafür, dass ich es noch nicht weiter verschenkt habe. Die Geschenke sind im Gegensatz zur Schmidt Show bei uns nicht Person bezogen. Es kann jeden treffen. Übrigens habe ich mich jedes Mal verplappert, welches Geschenk von mir ist, bevor es ausgepackt wurde. Das ist das gute Gewissen.

ein Plattenspieler und ein CD Regal


Dienstag, 13. Dezember 2011

Adventskalender Tür #13

Die Band Talking Heads ging bisher an mir vorbei. Das alte Prinzip, hat sich eine Band erstmal aufgelöst, hat man alle Zeit der Welt ihre Discographie nachzuholen. So ähnlich verhält es sich bei mir mit dem Film „der Pate“. Noch nie gesehen, kenne aber die großen Szenen. Parodiert vor allem. Mein Talking Head ein Hunderstelwissen besteht darin, dass die beste Band der Welt: Radiohead ihren Namen von einem Talking Head Song hat. Radio Head nämlich. Schon mal ein indirekter Qualitätsnachweis und ein guter Grund sich weiter mit Talking Head zu beschäftigen. Als Teaser ein Live-Auftritt mit Once in a Livetime. Die 80er, schon heute. Ein Song, von dem ich mir vorstellen kann ihn auf einer Party zu spielen, sobald die Lieder, in denen fast ausschließlich die Wörter Night, Lady, Baby und Party vorkommen, todgespielt wurden. Also eher zum Schluss hin. Passt auch textlich besser zu den Zurückgebliebenen. Apropos Zurückgeblieben, obendrauf gibt es einen gelungenen Zusammenschnitt von Thom Yorkes Tanzstil und einer Englischen Casting Show. Ich musste lachen. Grüße gehen raus an Tanja, die uns ein paar Meter auf ihrer New Wave mitsurfen lässt.


Montag, 12. Dezember 2011

Adventskalender Tür #12

Zu guten Vorsätzen habe ich vor drei Jahren bereits etwas geschrieben, das muss ich nicht wiederholen, auch wenn es niemanden aufgefallen wäre.
Falls ich mir überhaupt noch zutraue so was wie Vorsätze zu verfassen, dann wäre einer davon in die Schachsparte vom SV Werder Bremen einzutreten. Etwas aus meinem geringen Talent machen. Soll heißen, ich möchte mit Sätzen wie "Die Fehler sind da, sie brauchen nur noch gemacht zu werden!" um mich werfen. Oder, „ich spiele jetzt beim SV Werder Bremen“, kurz darauf werde ich direkt ins Bad verschwinden oder an einen anderen Ort, an dem sich niemand traut mir zu folgen, ins Bett oder so. Aber die Angeberei soll nicht mein Hauptnahliegen sein. Sonst wäre es mir ja nicht egal was der Herr Schauspieler aus der Wohnung gegenüber, hier im Haus haben wir uns auf den Namen Jan geeinigt, denkt wenn uns er beim Schachspielen beobachtet, rauchend auf dem Balkon und darüber sinnierend wie der Vorname seiner Aktuellen lauten könnte. Hauptsache er hält uns nicht für dumm. Jedenfalls wird das im nächsten Jahr in Angriff genommen.

Zudem ist Brügge immer noch ein Thema für mich. Die Deutsche Bahn sagt, den Direktzug Bremen – Brügge gäbe es nicht. Die Homepage der Stadt Brügge sagt etwas anderes. Die wollen den Thalys wahrscheinlich gar nicht kennen. Auch ohne einer direkten Zugverbindung würde mich die Anreise 62 € kosten. Dank der geschenkten Probe Bahncard 50 für die erste Klasse wären die siebeneinhalb Stunden Fahrt im ICE sogar recht angenehm. Nicht wenige verwechseln die Bordtoilette mit dem Bordrestaurante, so gehoben ist das im ICE. Die Probe Bahncard hat übrigens jeder Kunde bekommen. Leider ist das Angebot nur gültig bis zum 31.01.2012. Einfach mal machen.

Helge Schneider und Wiglaf Droste Karten sind gekauft, das ist etwas, das muss man sich nicht vornehmen, das macht man einfach. Bei denen weiß ich ja auch was das soll. In dieselbe Kategorie ordne ich das Lesen einiger Bücher ein, die bei mir in den Regalen verstauben.

Und Vorhänge für die Küche muss ich kaufen. Das Studentenwohnheim von Gegenüber, also die andere Seite des Hauses, steht kurz vor der Vollendung. Ich habe keine Lust, dass mir ausgehungerte Studenten ständig in die Küche gaffen. Obwohl, die Bauarbeiter gehen ganz gut mit dem Sozialneid um. Vielleicht lasse ich es sein und wir verlagern unsere Schachpartien in die Küche.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Adventskalender Tür #11

3. Advent, wieder Zeit für etwas Besinnliches. Heute tritt dafür eine Folge von der Arte Reihe durch die Nacht mit… ihrem Dauergast Christoph Schlingensief an diese Stelle. Es gab und gibt kaum einen interessanteren Deutschen unserer Zeit, verständlich also, dass er für mehrere Folgen eingeplant war. In der präsentierten Folge ist der Stardirigent Christian Thielemann seine Begleitung durch die Berliner Nacht. Gedenken an einen Großen, die stille der Nacht, Richard Wagner und ein Adventskalender am Regal in Schlingensiefs Wohnung, beschaulicher geht es doch kaum. Für einem Sonntag sollten die 75 Minutent sehr gut investiert sein.



Samstag, 10. Dezember 2011

Adventskalender Tür #10

Dieses Mal gibt es ein selbst gedrehtes, oder sagen wir selbst gemachtes, Video zu dem Konzert von Samy im Bremer Schlachthof im August dieses Jahres. Es handelt sich dabei um den Song Lets go, den er in Double oder gar Tripple Time vorträgt. Sein Drummer bemüht sich redlich bei dem Tempo mitzuhalten. Allgemein kann ich sagen, Samy hat es noch drauf. Es ist nur schade, dass viele MCs mittlerweile auf eine Band setzen, anstatt auf einen DJ und das Mike in der Hand.

Freitag, 9. Dezember 2011

Adventskalender Tür #9

Michael Jacksons erstes Weihnachten. Da seine Eltern Zeugen Jehovas sind, gab es kein Weihnachtsfest für den kleinen Michael. Im Video ist er schon groß und weiß, freut sich dennoch über jeden Schwachsinn. Sehr sympathisch. Eine last minute Geschenkidee bietet das Video ebenfalls. Erst fand ich es ein klein wenig gruselig, kitschig und verstörend, aber das Privatmaterial am Ende aus dem Jahr 1990 ist wirklich sehenswert. Ein auf einem Sprungbrett tanzender Michael Jackson. Nice.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Adventskalender Tür #8

„Horn if you are horny“
Mit diesem Stossstangenaufkleber könnte man in Indien richtig viele Rupie scheffeln. Humor haben sie ja, die Inder.
Sicherlich ist es eine legitime Herangehensweise sich ein Bild von einer Kultur zu verschaffen, indem man den dortigen Straßenverkehr als Gradmesser nimmt. Zum Beispiel die Deutschen: Der TÜV ist pures Beamtentum, die Straßen sind glatt und voll mit den fortschrittlichsten Maschinen und alles muss seine Richtigkeit haben, geregelt durch die StVO. Der Engländer macht es ähnlich, nur dass er konsequent auf der falschen Seite fährt. In Italien soll auf den Straßen bereits Anarchie ausgebrochen sein und wer sich in Frankreich ein neues Auto kauft, ist selber schuld. Das sagt doch was aus!

Wenn die Straßen die Adern dieser Welt sind, dann liegt irgendwo in Indien das Herz der Welt. Unglaublich was da alles durch die verkalkten Venen gepumpt wird.

Nimmt man in Indien am Straßenverkehr teil, sollte man zu aller erst vergessen was einem in der Fahrschule beigebracht wurde. Sollte die Hupe wirklich als ein Warnsignal wahrgenommen und nur in Notfällen benutzt werden, dann steht Indien die Apokalypse kurz bevor, oder sie war schon da… Gehupt wird jedenfalls immer. In Kurven, bei Überholmanöver, wenn Menschen oder etwas Heiliges in der Nähe ist. Dazu kommt, dass ständig zurückgehupt wird. Es gibt da diesen Manta-Witz. Fährt ein Manta-Fahrer gegen einen Baum und beschwert sich: Ey, ich habe doch gehupt.

Das Argument kennt der Inder auch. Nur das Erstaunliche ist, trotz des Chaos passieren keine Unfälle oder gerät der Verkehr ins stocken. Dem entgegen kommt die geringe Durchschnittgeschwindigkeit von ungefähr 50 km/h, die miterlebte Höchstgeschwindigkeit waren 80 km/h. Nicht dass hier Regeln greifen würden, die Motorleistung, die schlechte Sicht, der streckenweise Mondlandschaften ähnelnde Zustand der Straßen, die Serpentinen oder die vielen Vordermänner lassen einen Geschwindigkeitsrausch gar nicht erst zu.
Durch das Hupen scheint eine Einigkeit zu herrschen, die Vorfahrtsregeln, Bremsen oder Blinken überflüssig macht. Warum blinken, wenn man weiß wohin man will? Wenn in Deutschland gehupt wird, tritt man kurz vorher oder nachher auf die Bremse, in Indien tritt man auf das Gaspedal und es funktioniert. Ich hatte nie Bedenken bei all den Taxifahrten. Selbst als ich auf einem Roller entgegengesetzt zur Fahrtrichtung mitgenommen wurde, hatte das viel mehr was von Arroganz. Was mich ja allgemein am Autofahren nervt ist die Monotonie und das Anhalten. So gesehen ein Teufelskreis. In Indien gibt es das nicht, schon beneidenswert.

Dem Umstand angepasst befinden sich auf allen LKWs und Bussen Hinweise darauf, dass überholende Autos die Hupe benutzen sollen. Zusätzlich sind Lämpchen an den Flanken uneinsichtlicher Vehikels angebracht, die ein risikoarmes Überholen signalisieren sollen. Nicht selten winkt der Fahrer aus dem Führerhaus die Autos einfach vorbei. Zum Dank wird gehupt.
An den Autos hingegen kleben grüne und rote Aufkleber an der Heckschürze, die dem Hintermann zu verstehen geben sollen, überhol oder lass es sein. Da im vorherrschenden Linksverkehr eh rechts überholt wird, können diese Aufkleber nicht mehr als eine Empfehlung darstellen. Als ob nicht klar wäre, auf welcher Seite in Indien gefahren und auf welcher überholt wird... Hundertprozentig geklärt ist es vermutlich nicht.

Was sagt das über ein Land aus? Wer Lust hat, kann nun tiefer in die indische Psyche eindringen… Aber vorsichtig!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Adventskalender Tür #7

Oldschool Rap von der Pott-Legende und einer der besten Rapper Deutschlands und ehemaliges R.A.G. Mitglied Aphroe. Sein Soloalbum lässt jetzt schon drei oder mehr Jahre auf sich warten. Letztes Jahr bekam man die EP Kleiner Mann zuhören und einen Gastauftritt bei einem DJ Projekt gab es auch noch. Zuwenig. Nun aber scheint es soweit zu sein. Neben Dendemann wird das mein einziger Deutsch-Rap Kauf ohne vorher großartig reingehört zu haben. Loyalität nennt man das und zwar nicht weil ich Angst habe auf dem Schulhof verhauen zu werden, wenn ich das Ding nicht kenne und down damit bin, sondern weil der Grund weshalb der Release solange auf sich warten lässt, hörbar ist.
Gangsta Rap, kenn dein Limit.


Der Track man dankt von der EP Kleiner Mann zeigt besser seine Schreiberqualitäten und Smoothness auf


Dienstag, 6. Dezember 2011

Adventskalender Tür #6

Nach der Harald Schmidt Show am Dientag kam eine als Dokumentation getarnte Reality Soap über eine Lastwagen fahrende Familie. Schön zu sehen, dass ein allgemeines Interesse an dem Berufszweig des Lastkraftwagenfahrers zu bestehen scheint. Angeschaut habe ich mir das trotzdem nicht. Alles was ich über das Transportieren von Waren mittels 50 Tonnern wissen muss, weiß ich von Martin oder Volker. Da Volker aber in seinen Erzählungen meist nicht über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Sattelfett hinaus kommt, frischte ich vor ein paar Wochen mein Wissen auf, indem ich bei Martin auf dem Bock mitfuhr.
Hoya – Augsburg – Oldenburg – Hoya. Ein echter Brummifahrer könnte jetzt die Autobahnstrecken aufzählen, ich weiß nur, die ungeraden Autobahnbezifferungen gehen von Nord nach Süd und die geraden von West nach Ost.

Zur Unterhaltung habe ich uns die 5. Staffel Stromberg ausgeliehen, ansonsten gab es ja noch genug zu erzählen. Was in der oben erwähnten Sat.1 LKW Doku Soap sicherlich nicht gezeigt wird, ist die Tatsache, dass viele Trucker während der Fahrt irgendetwas aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik am laufen haben und ich meine damit nicht den CD Player. Draußen war es nebelig und 50 Meter Sicht sind im Ernstfall eh viel zu wenig, da ist es schon fast egal, ob man geradeaus stiert oder etwas versetzt. So kann man argumentieren. Persönlich kenne ich selbstverständlich niemanden der so etwas macht, aber man fragt sich schon weshalb bei klarer Sicht LKWs auf Stauenden zurasen.
Welche wichtige Information ebenfalls in der Doku etwas untergehen dürfte, falls es zu einer Zwangslage kommen sollte, die eine unplanmäßige Verlängerung der Stehzeit einfordert, ist es unheimlich praktisch vorher bei McDonalds eine handvoll Servierten eingesteckt zu haben. Es ist einfach beruhigend zu wissen, wenn man sie hat.

Zudem erkennt man erfahrene Fahrer daran, dass sie es irgendwie schaffen sich während der Fahrt auszuziehen um bei Kabinenlicht ihre Kollegen nackt zu überholen…

Im Gegensatz zu meinem letzen Besuch, ist der Fortschritt ins Führerhaus eingezogen. Radarwarner, Notebooks, Navigationsgeräte, die dich um die Mautstationen schiffen, alles so nützlich wie verboten. komplett neu war mir die elektronische Streckenaufzeichnung. Was früher ein Fahrtenschreiber analog aufzeichnete, übernimmt jetzt eine Chipkarte, die man nicht so schnell austricksen oder wenn die Polizei mit der Kelle winkt, verspeisen kann. Was natürlich immer gut funktioniert, ist der Satz: „Tschuldigung, heute ist mein erster Tag.“

Der Betriebshof ist das Facebook der Brummifahrer und Verbrecher. Hier treffen zwei denkbar schlechte Faktoren brutal aufeinander. Erstens, die meisten Asphalt-Cowboys sind alleine in ihren Maschinen und gesellschaftlichen Umgang nicht gewohnt und zweitens geht man davon aus, dass man den anderen so schnell nicht wieder sehen wird. Diese Kombination lädt zum schwadronieren und Geschichten erfinden ein. Der eine überlegt die Anschaffung eines weiteren Luxusartikels oder die hübsche, distinguierte, polyglotte Freundin des anderen reist vergnügt um die Welt. Eben alles Dinge, auf die man beim Anblick der Person nicht sofort schließen würde. Ein anderes Indiz für die Angeberlust sind die Namensschilder hinter der Frontscheibe, ganz schlimm, wenn die Humor vortäuschen sollen. Das glaube ich denen nämlich auch nicht. Um dennoch angemessen kumpelhaft auf die Spinnereien einzugehen, wird bei jeder Sichtung eines Bordells oder Rastplatzes, auf dem ein zu offensichtlich geparkter VW Bus der T-Reihe steht, gehupt. Es wird sich schon der richtige angesprochen fühlen.


Montag, 5. Dezember 2011

Adventskalender Tür #5

„Ich fahre 120 Schweine nach Beirut
Spontan nahm ich das Angebot von den Roten Nienburgern dem Europa Liga Spiel Hannover gegen Kopenhagen beizuwohnen an. Für lasche 70 Euro waren die Busfahrt nach Kopenhagen und zurück, die Stadionkarte, das Wegbier sowie eine Bockwurst inbegriffen. Ein Schnäppchen, besonders auf die Bockwurst habe ich mich gefreut. Zu dem Zeitpunkt wurde von der Presse die Bengalos Diskussion gewaltig aufgebauscht und bei 10.000 mitgereisten Fans war die Chance groß, den Grund für das blanke Entsetzen, das den Stimmungsverstärkern gegenüber entgegengebracht wird, hautnah nachvollziehen zu können. 

Für die Hinfahrt brannte irgendjemand eine CD mit scheinbar bekanntem Liedgut aus dem Hannover Fanlager. Ich kannte Lieder wie das oben zitierte zwar nicht, aber das macht ja erstmal nichts. Leider war die eine CD die einzige, die zur Verfügung stand, dennoch blieb bei mir nur diese eine Textzeile von Mike Krüger hängen. Bei solchen Fahrten über acht Stunden, die zudem um 5 Uhr Morgens losgehen, ist es vorprogrammiert, dass man am Ziel in einem desolaten Zustand eintrifft. Da waren wir keine Ausnahme. Als Bayern Fan bei einem Auswärtsspiel von Hannover 96 legte ich keinen Wert darauf dem Dresscode zu entsprechen, somit war ich für die dänische Bevölkerung quasi unsichtbar. Der Hass kam erst auf, als ich durch mein faules Englisch und dem deutschen Akzent auffiel. Soll heißen, ich lallte. Zudem umgab ich mich mit grölenden 96 Anhängern, was die Hoffnung auf korrektes Wechselgeld bei Zahlung mit dem Euro Richtung Null tendieren ließ. Wenn man es eh nicht nachvollziehen kann, dann ist einem zum Glück schnell egal.

Kopenhagen ist übrigens sehr ansehnlich. Auch als Stadt.
In einem Pub in der nähe der Innenstadt, wo der Treffpunkt der Fanmassen vorher im Internet koordiniert wurde, geriet ich kurz in einen historischen Konflikt. Eine alte Dame, die aussah wie eine alte, nette Dame aus einer Astrid Lindgren Serie, fragte doch glatt, wie es uns Nazis so ginge.
Wenn mein Englisch besser wäre und ich wüsste wie man Kriegsschuld übersetzt, wäre das Gespräch bereits nach zwei Sätzen wieder beendet gewesen. So schweifte ich etwas ab und konnte der Dame ein einigermaßen realistisches Bild der deutschen Jugend vermitteln. Da geht nichts, da kommt nichts mehr nach, völlig harmlos die Jungs.

Die erste Halbzeit des Spiels habe ich fast durchgehend gepennt. 0:0 zur Halbzeit. Hannover gegen Kopenhagen halt. Das hohe Spielverständnis, das uns Bayernfans oft als Arroganz angelastet wird, flammte in mir auf. Was war das für ein lahmer Kick? und apropos aufflammen, wo ist denn nun das Handfeuerwerk? Wenn schon keine Bedrohung vor dem Tor des Gegners aufkommt, dann doch wenigstens dahinter. Eine Halbzeitpause und ein alkoholfreies Bier für 8 Euro später war ich wieder fit. Placeboeffekt. Wie sich herausstellte gaben sich beide Mannschaften auf dem Feld ebenfalls mehr Mühe. Nach einem 1:0 Rückstand drehte Hannover das Spiel zu einem 1:2. Für die Stimmung das Beste was passieren konnte. Zu den Bengalos sollte es nicht mehr kommen.

Ein bekanntes Gesicht lotste mich zu unserem Fan Bus, wo die Stimmung euphorisch war. Bierreserven wurden in Jackentaschen gebunkert und ich stellte anhand eines Laubhaufens das 2:1 Siegtor noch mal nach. Allein um zu beweisen, dass ich meine Wachphasen hatte. Nachdem der Busfahrer das Licht im Bus ausgeknipst hatte, ebbte das analysieren der Spielsituationen und der Bierpreise sofort ab, bereits hinter Kopenhagen war es plötzlich sehr still. Selbst Mike Krüger bekam keinen Einsatz mehr.

Während der Rückfahrt zog ich mir, in Anbetracht der Hundertschaften der Kopenhagener Polizei und gegnerischen Fanaufläufe, eine der dümmsten Verletzungen zu, die man sich bei einem Auswärtsspiel holen kann. Ich verschüttete beim wilden gestikulieren den Inhalt meiner Springer / Cola Mischung auf den Boden zu meinen Füßen. Als ich im Sitz zurückrutschen wollte, um mir ein Bild von dem Malheur zu machen, ruhte mein gesamtes Körpergewicht für den Bruchteil einer Sekunde auf meinen Beinen, aus irgendeinem Grund überraschte mich das und ich rutschte auf der Springer Pfütze aus. Meine Beine schnellten nach vorne und ich rammte mir beide Schienbeine an der hochgeklappten Fußleite unter dem Sitz des Vordermannes kaputt. Um drei Kommentare vorwegzunehmen:
Ich habe mir natürlich nichts anmerken lassen.
Auswärtssieg! Auswärtssieg!
und ja Boste, ich schulde dir noch 10 Euro.


Sonntag, 4. Dezember 2011

Adventskalender Tür #4

Heute gibt es vorerst das letzte Mal ein Video. Das Bloggen war bisher etwas schwierig für mich, wie man vielleicht merken konnte. Das Video kommt wieder aus der Kategorie: wer das nicht mag, ist dumm. Da heute der zweite Advent ist, schon, darf es ruhig etwas weihnachtlicher zugehen. Helge Schneider singt uns ein Lied und erzählt bißchen aus der privaten Stube. Helge geht nächstes Jahr auf Tournee. Und ratet mal, wer das verpasst, ist dumm. Nicht denken, schenken!

 

Samstag, 3. Dezember 2011

Adventskalender Tür #3

Die Tage sind alle gleich lang, aber unterschiedlich breit. Ich möchte mit dem Zitat nicht auf den Udo Lindenberg Zug aufspringen, es geht um das Stuckrad-Barre Interview von Jörg Thadeusz aus seiner gleichnamigen Sendung von 2010. Inhalt des Gesagten ist die Drogen und Alkoholsucht, offensichtlich zwei völlig verschiedene Dinge, des zum Journalisten gereiften Gesellschaftsreporters. Was Benjamin da über den Suff erzählt, kann ich so unterschreiben. Was sollen zwei Bier bringen?
Der Anlass warum ich dies poste, ist im Gegenteil zum Interviews brandaktuell. Stuckrad Barres und Helmut Dietls gemeinsames Filmprojekt ZETTL kommt 2012 in die Kinos. Michael Herbig spielt die Hauptrolle und Harald Schmidt ist in einer Nebenrolle zu sehen. Die Medien Satire soll an die ´86 Serie Kir Royal angelehnt sein. Selbst kenne ich Kir Royal nur aus halbherziger Internetrecherche, sieht aber interessant aus. Hoffentlich kein Klamauk.


Freitag, 2. Dezember 2011

Adventskalender Tür #2

Als Producer und DJ der Gruppe Jurassic Five muss man Dj Nu-Mark wirklich nicht mehr vorstellen. Ich habe Jurassic Five vor ein paar Jahren in Hamburg live gesehen. Die DJ Show war das Beste was ich bisher auf diesem Sektor gesehen hatte. Alle sechs (!) Mitglieder der Band setzten sich auf Schulbänke, diese Stühle, an denen ein Tischchen angebracht ist, so groß, dass ein DIN A4 Block gerade so nicht drauf passt. Auf den besagten Tischen hatte jeder ein Kinderspielzeug liegen, das auf Knopfdruck Tiergeräusche oder sonstigen päthagogisch wertvollen Krach wiedergab. Die Geräuschkulisse der Spielzeuge wurde vorher mit Snares und Drums neu programmiert und die Jurassic Jungs machten daraus eine wahnsinns DJ Show. Damals wußte ich noch nicht, dass das Umprogrammieren der Spielzeuge eine Affinität von DJ Nu-Mark ist und weshalb der Tonabnehmer Tonabnehmer heißt, wird ebenfalls geklärt. Das Video ist auch für meinen Nachbarn, der sich für eine horende Summe im dreistelligen Bereich, Zoll nicht inbegriffen, einen Crazy Monkey gekauft hat. Zurecht, wenn man das Video sieht. Außerdem hat DJ Nu-Mark ein Solo Album draußen, sehr empfehlenswert.
  
Taktgeber

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Adventskalender Tür #1

Zum Anfang etwas ruhiges, leicht zu konsumierendes. Ich war dieses  Jahr bei der Lesung von Rocko Schamoni zu seinem aktuellen Roman Tag der offenen Tür in Bremen. Hier kann man das nochmals nachvollziehen.  Im selben Monat veröffentlichte er zu seiner Lesung einen Live Stream, was wieder einmal vollkommen an mir vorbei ging und ich schätze an euch auch. Zum Glück gibt es das Ding bei Youtube und hat erst 7600 Klicks, was mich optimistisch stimmt hier etwas ungesehenes zu präsentieren. Die Gags brachte er 1:1 ebenfalls in Bremen, alles Kalkül, dennoch lustig und ich mag den Hamburger Schnack. Lübeck könnte allerdings etwas mehr abgehen. Viel Spaß mit Tür #1.