Donnerstag, 30. Dezember 2010

Silvester

Wenn ihr privat feiert und nicht wisst was ihr auflegen sollt und sowieso schon immer genau dasselbe am Silvester hören wolltet wie ich, dann lasst ab 18 Uhr DeinLieblingsmensch laufen. Von 18 Uhr bis 9 Uhr läuft auf Shuffle ein angenehmer Musikmatsch aus vielen guten Stücken.

Freitag, 24. Dezember 2010

Vierundzwanzigstes Türchen

Ich kann ja mal erzählen, wie Weihnachten bei uns früher ablief. Vergangenheitsform deshalb, weil vieles mit dem Alter an Magie eingebüßt hat. Vorweg, wir sind eine Kartoffelsalat mit Knackwurst Familie. Das Gericht ist ja so was von unspektakulär, ganz besonders, weil ich es essen musste. Den Satz: Komm, nimm noch eine Wurst, empfand ich damals als eine reine Provokation. Hätte ich den Spruch zu jener Zeit bereits auf der Pfanne gehabt, ich hätte Vaddern zu gerne mal gefragt, was die Knackwurst genießbar macht (A: das n).
Der Kartoffelsalat und die Wasserwurst sind bis heute, wie in so vielen Familien, fester Bestandteil am Heiligabend. Meine Einstellung dazu hat sich jedoch geändert. Heute müssen alle auf mich warten, bis ich restlos aufgegessen habe.

Besinnlichkeit können wir bei uns nicht. Natürlich wird versucht mit Kerzenlicht, Fensterbildern, Kunstschnee und schrecklicher Panflötenmusik eine versöhnliche Atmosphäre zu simulieren, auf Dritte muss das auch so wirken, aber wenn man hautnah den vorangegangenen Aufwand und den dazugehörigen Stress mitbekommen hat, gibt einem das nichts mehr. Die Weihnachtsvorbereitungen waren damals der Horror. Bei einer Saukälte durfte ich Vaddern dabei helfen die Lichterkette an die Giebelseite des Hauses anzunageln. Oft hatte ich dabei nur eine Jogginghose und ein T-Shirt an, weil ich seine beiläufig gestellte Frage, ob ich mal eben mit anfassen könnte, auch genau so interpretiert hatte. Für "mal eben mit anfassen", würde ich mich nicht umzuziehen brauchen, dachte ich jedes Jahr wieder. Es dauerte natürlich ewig bis die Lichterkette an der Wand angebracht war. Aus der Entfernung sollte es wie ein großer Weihnachtsbaum aussehen, also ein nach oben hin spitzes Dreieck bilden. Das hat Vaddern irgendwann mal woanders gesehen und für gut befunden. Recht erbärmlich sah das in meinen Augen aus. Nicht selten wurde der „Baum“ auf dem Schulhof zum Zentrum des Spotts.
Ich stand also in der Kälte, hielt die Leiter fest, fror, reichte Lichterkette nach, peinlichst bemüht, dass die Lampen dabei nicht an die Hauswand schlugen und nachdem dann endlich mal alles fertig war, durfte ich die eine kaputte Lampe suchen, die den gesamten Stromkreis unterbrach. Eine Situation, die soviel Slapstick Potential bot, eigentlich schade dass ich nie etwas daraus gemacht habe.

Schlimmer war nur noch das gemeinsame Keksebacken mit Muddern. Die Maschine, die den Teig in eine lange Sternchenwulst presste, war in einem geschmacklosen 70er Jahre Orange gehalten und lauter als der zweite Weltkrieg. Kennt ihr die Knetpresse von Play Doh? so müsst ihr euch das vorstellen. Nur mit hydraulischer Unterstützung. Trotzdem war es ein Knochenjob den Teig durch die viel zu kleine Öffnung zu drücken. Das Stromkabel teilte, in einem Meter Höhe schwebend, die Küche in zwei Bereiche auf. In dem einen Bereich wurde was getan, in dem anderen rumgeschrien. Meine Mudder war in dem Bereich, in dem rumgeschrien wurde. Eines ihrer Mantren lautete: Finger aus der Teigschüssel. Uns wurde mit Übelkeit und Bauchschmerzen gedroht, bekommen haben wir aber immer nur Schellen. Dass hinterher jedes Mal zuviel Teig übrig war, zumindest an der Schokoladenglasur gemessen, hier herrschte ebenfalls strengstes Naschverbot, durfte auf gar keinen Fall hinterfragt werden. Widerworte kurz vor Weihnachten, das traute selbst ich mir nicht zu.
Die fertigen Teigwürste wurden zu Os und S`s geformt, wobei ich für die Os zuständig war, weil mir kein S zugetraut wurde. Mein Vorschlag etwas Abwechslung ins O-Business zubringen, indem man ein paar Is in die Produktion aufnehmen könnte, wurde mit einem: Mach das Vernünftig, einstimmig abgelehnt. Wenigstens wurde anerkannt, dass das Basteln von Fensterbildern zu weibisch für uns ist.

Die scheiß Sitte vor dem Einlass ins präparierte Wohnzimmer Blockflöte zu spielen, setzte sich aufgrund mangelnden Talentes zum Glück nicht durch. Kein Wunder dass wir den Weihnachtsmann nie zu Gesicht bekamen, bei solch einer grausigen Performance wäre ich auch durch den Schornstein getürmt. Im Wohnzimmer lief wieder Panflötenmusik. Das gute, alte Geschenk aufreißen, ignorieren, nächstes Geschenk aufreißen, in der Hoffnung das Gewünschte sei dabei, wurde irgendwann durch ein langatmiges Würfelspiel ersetzt. Wer eine Sechs würfelte, durfte ein Geschenk auspacken. Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein zäher Mist war. Gefreut hat sich eh keiner auf den Kram und wir sind grauenhafte Schauspieler. Ich bekomme seit Jahren regelmäßig Duschgel von Axe. Fehlt nur noch ein Kärtchen mit dem freundlichen Hinweis: Dusch! das Jahr ist um.
Zudem gibt es irgendetwas, dass ich mir nie im Leben gewünscht habe, aber laut Krisenmanagement unbedingt für ein gesellschaftlich anerkanntes Leben benötigt wird. Falls der Nachbar mal durch das Fenster schaut. Eine Sofadecke, Handtücher, eine Armbanduhr, Socken, Unterwäsche, ein Buch mit dem Titel: Richtig Sprech machen, hässliche Pullover von S.Oliver, einen akkubetriebenen Rasierer, halt alles so Dinge, die ich bei Ausbruch eines Krieges gut gebrauchen kann. Meine Geschwister hingegen haben da mehr Glück. Obwohl sie weder Hobbys, noch irgendwelches Talent besitzen, das solche Ausgaben rechtfertigt, sind bei ihnen wenigstens richtige Sachgegenstände dabei. Mir kann man schon mit irgendetwas, das eine Steckdose benötigt, eine Freude machen. Unfair läuft es aber nie ab. Ich bekomme den Gegenwert der Geschenke in selbstgemachten Keksen aufgewogen.

Früher war das anders. Da gab es Transformers, Actionfiguren von den Masters oder Mask, eine ganze Mülltonne voller Legosteine, einen Amiga 500+, einen CD Player, Michael Jacksons History, Super Mario Brothers 3, Das Playmobil Fort, Cowboy Pistolen mit Halfter, eben Dinge von Wert. Früher brachte ja auch noch der Weihnachtsmann die Geschenke.



Allen Lesern einen besinnlichen und lohnenden Heiligabend, wünscht Dein Lieblingsmensch.

Ich denke, ihr habt es euch verdient. Die meisten sehe ich dann später in der Gartenlaube.
Ihr könnt dann ja raten, welches Axe zurzeit aktuell ist!

Montag, 20. Dezember 2010

Zwanzigstes Türchen

Früher habe ich auch immer so einen Schwachsinn wie Uhren oder anderen Gedöns bekommen, von dem meine Eltern dachten, das sei lebensnotwendig da draußen in der brutalen Welt. Arthur spricht mir aus dem Herzen. Heute bekomme ich nur noch so Kram, der höcchstens ein Jahr hält.



und weil es so schön ist Alvin and the Chipmunks

Sonntag, 19. Dezember 2010

Neunzehntes Türchen

Mich nervt es, dass ich die Aufzählung der Türchen nicht numerisch vollzogen habe.
Türchen #1, oder so in der Art. Die Ordnungszahlen sehen im Nachhinein Scheiße aus. Ich möchte halt sowenig Zahlen wie möglich in meinen Texten unterbringen. Ich selbst lese nämlich nie Ziffern, sondern Blicke drauf. Das hilft mir bei mathematischen Anwendungen, aber wenn ich zum Beispiel ein Datum in einem Text lese, passiert es schnell, dass ich es überspringe oder nicht dem Inhalt des Textes zuordne. Also lieber neunzehnhundertfünfundneunzig als 1995. Gefundenes Fressen für diejenigen, die meine Verhaltungsweisen gerne demontieren. Ich höre es schon die Spacken von den Dächern pfeifen: Dyskalkulie! Im Gegenteil, mit Zahlen kann ich gut. Im Gegensatz zu den Buchstaben gibt es ja nur zehn Stück davon.

Was ich eigentlich erzählen wollte: Wo andere ein inneres Auge haben, habe ich eine innere große Fresse. Da stehe ich heute vor dem China Restaurante und schaue mir die Tafel an. Beim lesen der einfallslosen Gerichte ersetze ich die Rs durch Ls und schmunzele in der Kälte vor mich hin. Dabei habe ich mal gehört, dass Chinesen in Wirklichkeit das L wie ein R aussprechen, also genau umgekehrt. Sie lieben angeblich den Buchstaben R und übertreiben deshalb absichtlich mit dem Gebrauch. Kurz gesagt: Chinesen klingen mittlerweile wie Russen. Jedenfalls entscheide ich mich für die Sechzehn, Hühnchenfleisch mit Leis.
Ich betrete den Laden oder das Restaurante, wenn man so möchte und bestelle. Leider vergesse ich vom Vollidioten-Modus zurück in den Idioten-Modus zu schalten und plappere dieses Lucky Luck Klischee Chinesisch runter. Einmal Nummel Sechzehn mit Leis und Süß Sauel, bitte.
Zum Glück sind die Chinesen so saugastfreundlich, dass sie sich nichts anmerken ließen.
Erstmal gibt es kein Chinesisch mehr.

Schnell noch einen Weihnachtsbezug herstellen. Wusstet ihr, dass die Schreibweise X-mas nicht nur ein typisch amerikanisches Abkürzung-Coolness-Ding ist. Das X, oder wie es im griechischen heißt Chi, steht für Christos. So sieht das nämlich aus. Gestern kam die Frage bei unserem X-mas Quiz. Vierzehn von Sechzehn Fragen hatte ich richtig. Unter anderem die mit dem Chi. Ich wusste nicht, dass Maria bei der Empfängnis erst dreizehn bis vierzehn Jahre alt war und dass der erste Adventskalender im neunzehnten Jahrhundert entstand. Obwohl ich es hätte ahnen müssen, aufgrund der Industrialisierung kann der Brauch kaum vorher entstanden sein. Deshalb auch nur Platz zwei für mich. In einem X-men Quiz hätte ich mit Sicherheit gewonnen. Schönen vierten Advent!

Samstag, 18. Dezember 2010

Achtzehntes Türchen

Ich haue nur noch Links raus. Links raus hauen, was nach Landtagswahlen klingt, ist eigentlich ein einfaches Mittel sich der Arbeit anderer zu bedienen, in der stillen Hoffnung etwas Glamour fiele dabei auch auf mich ab, dem Blogger. Jetzt werden manche sagen, willkommen in der ersten Liga, aber keine Angst, im Gegensatz zum FC St. Pauli halte ich mein Wort und bleibe für immer zweitklassig. Sich jeden Tag Gedanken machen, das kann ich normalerweise recht gut, manchmal verbringe ich sogar ganze Nächte damit, aber wirklich jeden Tag ein Thema breittreten, dafür habe ich schlicht keine Zeit.
Obwohl, manches würde mich dann doch interessieren. Haben die Eskimos wirklich so viele Wörter für Schnee? Als ich das zum ersten Mal hörte, hatte ich gleich ein schlechtes Gewissen. Mangelt es mir an Eloquenz? Schnee, Schneematsch… ich komme nur auf zwei Begriffe. Hoffentlich bringt nie jemand das Thema auf Schnee! So dachte ich damals.

Ich bin ein zutiefst moralischer Mensch, wenn ich irgendwo etwas über eine erneute Waldbrandkatastrophe lese, mache ich mir Sorgen, dass das mit meinem Engagement in der Willy Brandt-Stiftung zu tun haben könnte. Jedem, dem es genau so ergeht wie mir, der Mehrheit, kann ich das Gewissen beruhigen: der Eskimo hat auch nur ein Wort für Schnee! Schnee nämlich.
Und keine brennenden Kippen aus dem Fenster werfen. Am besten gar nichts aus dem Fenster werfen.

Der (fast) Beweis!

Freitag, 17. Dezember 2010

Siebzehntes Türchen

Weil mir nichts Besseres einfällt Für diejenigen, die es verpasst haben sollten, hier noch mal die erste Sendung von Benjamin von Stuckrad Barres Late Night Show im ZDF NEO.
Ab dem 06. Januar soll er dann wöchentlich zuschlagen dürfen. Ich bin auf die Gäste gespannt, ist Stuckrad Barre eins gegen eins doch kaum zu überraschen. Produziert wird das Ganze übrigens von Christian Ulmen. Wer also mit dem einen nichts anfangen kann, vertraut vielleicht dem anderen. Für ein Debüt schon gut gelungen, jedenfalls besser als alles was Pocher jemals gemacht hat. Oder wie Harald gestern richtig sagte: Die leeren Hallen werden mit schwarzen Tüchern abgehängt, damit man die freien Plätze nicht sieht… das Verb dazu heißt übrigens pocher.

LINK zur ZDF Mediathek

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Sechzehntes Türchen

Aus aktuellem Anlass zeige ich heute dieses Interview aus der Sendung 10 vor 11.
Ein Kumpel von mir ist vor kurzem, sagen wir vor circa acht Monaten, umgezogen und hat aufgrund der umständlich operierenden Behörden den Gang zum Bürger Service Center im Kalender ganz nach hinten verschoben. Für mich absolut verständlich. Nun sind acht Monate schon eine gewisse Zeit, das muss der Kumpel mit Sicherheit erklären. Lügen wäre an dieser Stelle ein Versuch wert. Der Vorwurf, die Volkszählungen bewusst verfälscht zu haben, steht bestimmt unter Strafe. Gefängnis oder Geld. Das ist nur das halbe Problem des Kumpels. Seit dem Umzug hält die GEZ sich mit Zahlungsaufforderungen zurück. Sie bleiben gar ganz aus. Von zahlreichen Studentenpartys kenne ich die wildesten Geschichten, wie die GEZ an das Geld ihrer Kunden kommen möchte. Penetrante Rentner werden losgeschickt, klingeln an den Haustüren und fragen unter einem perfiden Vorwand nach dem letzten Tatort. Eine falsche Antwort und schon wird einem die Tür eingetreten.

Wenn nun dieser Kumpel, von dem hier die Rede ist, seinen Wohnsitz ummeldet, wird die Bande vom Bürger Service Center sicherlich bei den GEZ Menschen petzen gehen… ist doch alles ein Verein. Seit Tagen grübele ich schon, was ich ihm raten könnte. Komm wir trinken erstmal einen, ging die letzten acht Monate gut, aber machen wir uns nichts vor, irgendwann muss der Schritt gemacht werden. Gerade letzte Woche erzählte er mir, wie er sich ausweisen musste um ein an ihn adressiertes Paket abzuholen. Viel gutes Zureden und ein leeres Verspechen waren nötig, bis er das Paket entgegennehmen durfte. Das ist doch kein Zustand.

„würde würde würde, wo bleibt denn da die Menschenwürde?“ Fred-Rusi Müller Gehlhorn liefert noch so einige andere gute Argumente die Zeche zu prellen.






Mittwoch, 15. Dezember 2010

Fünfzehntes Türchen

Schaut Phineas und Ferb. Dr. Doofenschmirtz ist super. Wer da nicht lacht ist doof. Weihnachtsfolge!
Kurze Einleitung, da die Serie aus vielen Running Gags besteht. Die beiden Eckköpfe wollen möglichst viel Spaß haben in ihren Ferien. Sie bauen Dinge im Garten, alles sehr spektakulär. Ihre große Schwester will sie auffliegen lassen und bei der Mutter verpetzen. Parallel arbeitet ihr Haustier Perry als Geheimagent. Alle Geheimagenten sind Tiere bis auf der Boss und dessen Praktikant. Tut nichts zur Sache, ist nur ein lustiges Detail. Der Bösewicht Dr. Doofenschmirtz will der Welt einen auswischen. Die Kinder wissen von all dem nichts. Am Ende verbinden sich die beiden Erzählstränge. Gesungen wird auch immer. Ach ja und gute Gags werden geliefert.



Dienstag, 14. Dezember 2010

Vierzehntes Türchen


Ich fauler Sack haue nur noch Links raus, wie ein A-Blogger. Der heutige Beitrag ist zwar weniger besinnlich, dafür sauinformativ. Heavy Metal Fans wurden bei mir bisher überhaupt noch nie angesprochen, wie feiern die denn Weihnachten? Womöglich ganz normal. Harald Schmidt erklärt alles, was man über Metal wissen muss.

Mein Nachbar hört gerne Metal. Natürlich laut. Er brachte mich damals dankenswerterweise auf Knorkator. Wir waren auf einem Geburtstag auf dem Lande. Wie alle Menschen auf dem Land, lebte auch dieser Kumpel auf einem Bauernhof. Während einer Pinkelpause unterhielten wir uns über Metal und wie das funktioniert mit dem Gekreische und was das alles soll. Zum besseren Verständnis setzten wir uns in sein Auto, drehten Knorkator auf und drehten auf den gefrorenen Wackersteinen des Hofes Achten. Ein Heidenspaß. Die Heiden haben immer den meisten Spaß, aber auch die meiste Arbeit. Kriege ich noch die Kurve zu Weihnachten…? Nee

Montag, 13. Dezember 2010

Dreizehntes Türchen

Wenn ich ziemlich betrunken bin und nichts mehr so recht gelingen möchte außer Platten aufzulegen, dann höre gerne diese Lieder...







Sonntag, 12. Dezember 2010

Zwölftes Türchen

Kennt ihr das auch? Der Adventskalender hängt über dem Heizkörper, dem Bett oder der Kommode und beim öffnen des widerspenstigen Türchens ruckelt man das Schokoladenstücken aus seiner Form und es fällt unwiederbringlich hinter die Möbel, in den Staub. Beschissener kann ein Tag nicht anfangen. Das soll heute nicht passieren. Auf dem letzten Drücker, schnell komponiert, eingespielt und drüber gesungen: Tegan and Sara – Back in your Head


Mittwoch, 8. Dezember 2010

Achtes Türchen

Als Kind habe ich mich gefreut, wenn ich morgens mehr als ein Türchen am Adventskalender öffnen durfte, weil ich die Tage zuvor zu beschäftigt war, um dran zu denken. Die Zeit bis Weihnachten vergeht schneller, wenn man die Tage bis zum Vierundzwanzigsten mit Schlittenfahren oder Iglubauen verbringt. Möglichst abgelenkt durch die Vorweihnachtszeit zu kommen, war das Geheimnis. Sonst war die Spannung nicht auszuhalten. Die Geschenke vorab im elterlichen Schlafzimmer zu suchen, konnten wir vergessen, viel zu riskant. Wir hätten auf den gemachten Betten Spuren hinterlassen, die wir aufgrund unserer schlampigen Einstellung zu gemachten Betten nicht hätten vertuschen können. Und eine plausible Erklärung was wir sonst in dem Zimmer zu suchen hatten, fällt mir bis heute nicht ein. Wenn die Geschenke nicht im Heizungsraum lagen, konnten wir die Suche eigentlich aufgeben. Stattdessen: Freizeit.

Bereits vor dem Mittagessen verabredeten wir uns hinter Familie Göllners Haus. Dort konnte man super den Abhang runterrodeln. Ganzkörperschneeanzug, Teenage Mutant Ninja Turtles Winterboots, Schal, Handschuhe, Mütze, Holzschlitten und ab ging die wilde Fahrt. Christian wollte ständig schummeln und hat Zahngel auf seine Kufen geschmiert, in der Hoffnung, gefroren verliehe diese seinem Schlitten eine bessere Oberflächenspannung auf dem Schnee. Das Zeugs ist noch nicht einmal ansatzweise gefroren.
Paddy ritt auf einen Kunststoffschlitten ein, der verheißungsvoll nach Geschwindigkeit aussah. Langsam war das Biest jedenfalls nicht. Aber Kunststoff… Leute Leute, da lachte sich doch so ein Baum oder Weidezaun drüber kaputt und dass Paddy keinen Sinn für Gewichtsverlagerung besaß, hatte er bereits im Sommer auf dem Rad beim freihändig fahren unter Beweis gestellt. Immer schön geradeaus die Schleusenauffahrt hinunter, ab durch die Dornenhecke. Keine ernstzunehmende Konkurrenz also. Da hatte man schon mehr Respekt vor der Leibesfülle eines Volkers. Mittlerweile geht es bei ihm nur noch steil bergauf, aber damals halt rasendschnell bergab. Der war selbst im Tandemmodus nicht zu schlagen.

Eine der wichtigsten Komponenten zum Sieg, neben den gut geschliffenen Kufen, war das Seil vorne am Schlitten. War es zu kurz, zog man sich den Schlitten beim Aufstieg ständig in die Hacken, war es zu lang, war es schnell im Weg oder fesselte einen im Falle eines Zusammenstoßes an den Schlitten des Konkurrenten. Ben Hur gesehen? Irgendwer? Zerschellungen waren vorprogrammiert. Thomas Gottschalk hätte die Sache nach 20 Minuten abgebrochen.
Gewinner war derjenige, der nach dem Mittagessen wieder kommen durfte.

Siebtes Türchen

Lava Lava JAAAA JAAAA JAAAAAAAAA



Montag, 6. Dezember 2010

Sechstes Türchen

Ich habe mir heute ein Buch gekauft. Mängelexemplar. Nicht dieses schreckliche Werk von der hippeligen MTV Tante, sondern eins vom Grabbeltisch, eins mit Mängelexemplarstempel auf den Rücken der Buchseiten. Dazu noch am Bahnhof.

Der Verkäufer fragte mich, ob ich wüsste wieso man diese Bücher aussortieren würde.
Weils kapot is oder ne Seite fehlt? die sind doch nicht umsonst durchnummeriert, war meine verwunderte Antwort. Hätte ja sein können, dass ich bewusst unbewusst an einer Gameshow teilnahm und kampflos wollte ich mir den Gewinn nicht durch die Lappen gehen lassen. In einer Gameshow befand ich mich nicht, der Verkäufer war nur mitteilungsbedürftig oder ganz einfach ein strebsamer Verkäufer. Egal, die Antwort war eh falsch. Vor Augen hatte ich ein Teppichmesser, das beim öffnen des Bücherkartons den Buchdeckel der ersten Lage einen sauberen Cut versetzt. Die Wahrheit ist, so erklärte er mir, wenn sich ein Buch nicht gut verkauft oder es keine Publicity hat, dann kommt auf den völlig intakten Büchern der Mängelexemplarstempel drauf, weil man Bücher sonst nicht unter dem festgelegten Preis verkaufen darf. Soll heißen: Das ist es die einzige Möglichkeit das Buch vergünstig anzubieten.
Über die Qualität des Drucks sagt das gar nichts aus. Über den Inhalt eventuell schon. In diesem Fall bin ich mir aber sicher für die drei Euro ein Schnäppchen gemacht zu haben. Also kein schlechtes Gewissen mehr beim Verschenken von Mägelexemplaren. Die Erklärung kann man ja später betrunken anhängen.

Gekauft habe ich mir Aufforderung zum Tanz von Christine Westermann und Jörg Thadeusz. Beide kennt man aus der Sendung Zimmer Frei. Gelesen habe ich es noch nicht, aber beim ersten reinschauen fielen mir gleich die aus dem Kontext gerissenen Sätze auf, die dem charmanten Briefwechsel der beiden voraus gehen. Eine aufgelistet Auswahl hier vorab, bevor sie zu Facebook-Statusmeldungen verkommen.

Die linke Hälfte Deines Gesichts, die ernste Hälfte…

Und uns hin und wieder auch mal auf die Füße treten. Wahlweise mit Stiefeln oder Lackschuhen

Denn eigentlich bin ich ein ständiger Segen.

Völker, schaut auf diesen Gang!

Diese Unbeschwertheit untenrum findet sich in ihrem Lächeln wieder.

Als habe der Liebe Gott etwas Besonderes mit mir vorgehabt.

Ich habe ihn lange angeguckt und gebetet, dass der Funke zwischen uns Überspringt.

Die Wiedergeburt ist so sicher wie ein Elfmeterschießen beim DFB Pokalspiel nach 120 Minuten unentschieden.

„I will always Love you“ – so etwas kommt mir nicht ins Krematorium.

Wenn etwas zwischen zwei Menschen gründlich schiefläuft, kann es dann nicht daran liegen, dass einer von beiden eine ziemliche Pfeife ist?

Die Liebe: Der Singular hält um die Hand der Moral an.

„Liebe ist vor allem Theater.“

Die Nullnummern waren immer ein großes Erlebnis.

Wir haben in allem recht – aber warum haben die hier mehr Spaß?

Schau mir in die Augen, aber hör nicht so genau hin…

Eine Hand am Colt, die andere in den Bohnen

Sonntag, 5. Dezember 2010

Fünftes Türchen

Fantastischer Song von Brian McKnight nach dem Dialog von Linus. Christmas Time is Here. Schönen 2. Advent.

Samstag, 4. Dezember 2010

Viertes Türchen

Ihr kennt das. Man hört einen Song und fragt sich: woher kenne ich dieses Sample? Wie der Interpret des gehörten Songs heißt, kann man schnell mit jedem modernen Mobiltelefon herausfinden oder auf den Playlists der Radiosender nachschauen. Falls dabei nichts rumkommt, fragt mich. Herauszufinden von wem das Original stammt, ist etwas komplizierter. Früher habe ich mich wundgegoogelt, bis ich, endlich endlich, diese Seite entdeckte: The-Breaks.com

Einfach den Sample Artist eingeben oder den gehörten Song und die Seite schmeißt das Original raus. Der umgekehrte Weg ist ebenfalls möglich. Falls man sich für Otis Redding interessiert, kann man nachschauen welcher Künstler welchen Redding Song verwendet hat. Für meine Bedürfnisse ist das Archiv etwas zu dünn, aber gängige Sachen findet man problemlos. Besonders lohnend ist das natürlich bei Rapmusik.

Irgendwoher muss das Wissen um die Musik ja kommen. Anlesen bringt gerade bei musikalischen Versatzstücken nicht viel.

Freitag, 3. Dezember 2010

Drittes Türchen

Heinser Heinser, du bist so oft alleine, warum eigentlich :)
Ich habe gelacht. Das erschließt sich nicht jedem. Egal. Hier. Heinz Strunk liest was.




Donnerstag, 2. Dezember 2010

Zweites Türchen

Fast alles Zitate von lebenden Deutschen, die man nicht ständig liest. Haltet euch an die Jungs, sind alles Waschechte.

„Wer sonst gar nichts hat, der hat doch ein Vaterland. Patriotismus ist die Religion der ganz armen Schweine.“ Wiglaf Droste

„Ich würde eigentlich gern gepflegt Drogen nehmen, aber ich habe so wahnsinnige Angst vor Sucht und schlechten Spritzen und Gesindel, das mich erpresst.“ Harald Schmidt

„Ich glaube, dass in der Anhäufung von Schwachsinn mehr Wahrheit liegt als in der Anhäufung von Wahrheit.“ Christoph Schlingensief

„Musik ist keine basisdemokratische Veranstaltung.“ Götz Alsmann

„Alles Mögliche kann einem im Leben passieren, und vor allem nichts“ Heinz Strunk

„Ich baue ganz auf die Kraft des Alkohols. Er und ich zusammen sind für eine Frau unwiderstehlich. Mich hat sich noch jede schöngesoffen.“ Rocko Schamoni

„Ich sollte eine private Zuckerstückchenedition herausbringen mit aphoristischen Definitionen, wie ‚Aufräumen ist, was man macht, bevor Besuch kommt’ oder ‚Die Überbevölkerung sind alle, die Dich nicht lieben’ oder ‚Wein ist, was man trinkt, wenn das Bier alle ist’.“ Max Goldt

"Auch Lesbische, Schwarze, Behinderte können ätzend sein" Funny van Dannen

„Frag mich nicht, woher ich komme, sag, du freust dich, mich zu sehen.“ Sven Regener

"Nee, ich trinke keinen Tee, ich bin 'Ateeist'." Helge Schneider

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Erstes Türchen

Top Five meiner unglücklichsten Pennplätze

Wo: Hofeinfahrt vom Nachbarn
Zugedeckt mit: Schnee

Wo: Feldweg
Zugedeckt mit: Fahrrad

Wo: Lunchmanns Matratzenende
Zugedeckt mit: Lunchmanns Füßen

Wo: Vor dem Handtuchwärmer
Zugedeckt mit: Handtuch

Wo: Feuerwehrübungsturm
Zugedeckt mit: Pfandflaschen